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Ein Aufsatz von:

Jürg Luterbacher, Heinz Wanner, Stefan Brönnimann
Historische Entwicklung der NAO-Forschung
Hier zur Diskussion gestellt am 31 März2009

 Der in 2008 veröffentliche Artikel[1] erläutert die wissenschaftliche Erforschung der Nordatlantischen Oszillation (NAO), die schon vor über 200 Jahren von skandinavischen Seefahrern als Klimaschaukel bezeichnet wurde. Dies beruhte auf der Beobachtung das kalten Wintern in Grönland mit warmen Wintern in Europa korrelierten. Die seitdem unternommenen Anstrengungen die NAO zu verstehen sind anschaulich dargestellt. Schließlich sei ein bedeutender Beitrag zur NAO Forschung am Ende der 1990er Jahre sowie anfangs des 21.  Jahrhunderts aus dem Bewusstsein der Wissenschafter in anderen Wissenschaftsdisziplinen erwachen, dass die NAO einen geeigneten Parameter darstellt, um wetter- und klimarelevante Einflüsse zu untersuchen und zu erklären

Dem ist wenig hinzuzufügen, denn der Nordatlantik ist zweifellos ein Kerngebiet für die kurz und langfristigen Wetterbedingungen in der nördlichen Hemisphäre, aber eben nicht allein. Auch ist die NAO als „Mass der Zirkulationsvariabilität sicherlich wichtig“, wie die Autoren feststellen, aber „eine andere Frage sei, wie exakt sie die Prozesse abbildet“. 

Hier hätte ein Erörterung der Frage, welchen Einfluss die NOA auf die beiden Klimawenden  im letzten Jahrhundert gehabt haben, nicht geschadet. Wie ist es zu der explosionsartigen Erwärmung in der Arktis von 1919 bis 1939 gekommen. Welche Rolle hat dabei der Nordatlantik und die NAO gespielt. So wird dies z.B. von Rune Grand Graversen’s in Verbindung mit der Zirkulation der mittleren Breiten gebracht[2]. Davon war auch R. Scherhag’s in den 1930er Jahren ausgegangen[3]. Damals war es nicht die Zirkulation. Es war nicht die NAO. Es war die warme Meeresströmung vor Spitzbergen, ein Arm des Golfstroms

Dazu ist nun ein Buch erschienen: 

How Spitsbergen Heats the World - The Arctic Warming 1919 -1939[4]

Dort wird zum Beispiel darauf hingewiesen, das schon der erste IPCC Bericht von 1990 ausführte, das es nicht der Wind  gewesen sein (p. 82), während Bengtsson et al.(2004) – siehe hier- die Erwärmung auf verstärkte Westwinde zurückführt, ohne das die NAO eine Rolle gespielt hätte. Woran, wenn nicht an solchen Fragen hätte man Fortschritte der NAO-Forschung messen können. 

Zum Buch siehe auch:  http://www.arctic-heats-up.com/ .

 


[1] Als PDF  mit 26 Seiten unter : http://www.giub.unibe.ch/klimet/docs/climdyn_2008_luterbacher_et_al.pdf; Siehe auch: The National Centres of Competence in Research (NCCR), Publication, Promet, Vol. 34, No. 3/4, 2008, pp. 79-88 des

[2] http://www.diva-portal.org/su/theses/abstract.xsql?dbid=7473; Doctor-Thesis on: On the recent Arctic Warming, 2008

[3] Scherhag, R. (1936/Sept.); “Die Zunahme der atmosphärischen Zirkulation in den letzten 25 Jahren”; 

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie,  p. 397-407.    

[4] Books on Demand GmbH, 75008 Paris, France, Dépôt légal: 03-2009; ISBN 9782810602896; € 19,80; Pages 116; Color pages ca. 44