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Zur VN Klimakonferenz in Kopenhagen vom 7 bis 18 Dezember
Ein bisher unveröffentlichter Leserbrief an die 
Frankfurter Allgemeine Zeitung am Samstag, 05/Dez/2009.

Dezember 2009 

BEZUG: FAZ, Samstag, 5. Dezember 2009, Nr. 283, Seite 35
Vor der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Kopenhagen[1].

         Wenn die prominenten Klimatologen H-J. Schellnhuber und M. Latif[2] in ihrem FAZ Beitrag: „Die Menschlichkeit auf dem Prüfstand“[3], davon reden, dass es bei dem Klimawandel darum geht, „jetzt von ausgetretenen Pfaden abzuweichen, um zu verhindern , dass in ferner Zukunft in einem fernen Land ein fremdes Kind stirbt“[4], dann mögen sie sich als „Gutmenschen“ darstellen. Den Nachweis, das sie definieren können, wovon sie sprechen, bleiben sie schuldig.  
        Denn die moderne Klimatologie ist bisher nicht in der Lage oder gewillt gewesen, Klima zu definieren, sondern bezeichnet es als durchschnittliches Wetter. So benutzt auch der Laie den Begriff Klima seit der Steinzeit, denn er hat zu Wetter und Klima ein inniges Verhältnis und kann immer darüber reden. Doch wenn die Wissenschaft von ‚durchschnittlichem Wetter’ spricht, meint sie Statistik, und diese bleibt eine Statistik, gleichgültig wie man sie benennt. 
         Auch das UN Klimaübereinkommen, die Rechtsgrundlage für die Klima Konferenz in Kopenhagen (7-18 Dezember), sagt nicht, was unter Klima (und Wetter) zu verstehen ist, sondern sagt so unsinniges wie: 
____‚Im Sinne dieses  Übereinkommens bedeutet "Klimaänderungen" Änderungen des Klimas, ....’, und 
____„Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet "Klimasystem" die Gesamtheit der Atmosphäre, Hydrosphäre, Biosphäre und Geosphäre sowie deren Wechselwirkungen“.
         Das eine ist Tautologie und das andere kann auch für das Natursystem oder das Wettersystem stehen. Wenn Wissenschaftler nicht in der Lage oder fähig sind, ihre Wissenschaftsbereiche zu definieren, sondern Laienbegriffe verwenden, mag man das akademisch als unzureichend bezeichnen. Schwerer wiegt, das dies im hohen Masse geeignet ist, die Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträger mit leeren Begriffen zu verwirren[5]
          Vermutlich kann man Klima nicht sinnvoll wissenschaftlich definieren. Dann soll man es aber sagen und sich auf das Wesentliche konzentrieren, wie Leonardo da Vinci (1452-1519) es vermutlich vorgeschlagen hätte: „Wasser treibt die Natur“. Ein Übereinkommen, das im Titel das Wort Klima führt und nicht sagt, was das ist, sollte es nicht geben.  Klimatologen, die Klima nicht definieren können, sollten sich nicht so nennen.  

Zum Klimaübereinkommen und seinen Definitionen (in Englisch) siehe:

http://www.whatisclimate.com/     

http://noconsensus.wordpress.com/2009/11/13/open-letter/
 


[2] Hans Joachim Schellnhuber ist Direktor des Instituts für Klimafolgenforschung in Potsdam. Mojib Latif arbeitet am Forschungszentrum Geomar in Kiel. 

 [4] Siehe den letzte Absatz des Artikels: „Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, übermorgen Ihr Kind zum Schulbus brächten und der Fahrer sagte Ihnen, dass das Fahrzeug wegen defekter Bremsen mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit verunglücken würde, dann würden Sie Ihr Kind unter keinen Umständen an Bord schicken – selbst wenn Sie rasch zur Arbeit müssten und niemand sonst den Nachwuchs betreuen könnte. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel geht es aber darum, von nun an tagtäglich und über viele Jahre hinaus von ausgetretenen Pfaden abzuweichen, um zu verhindern, dass in ferner Zukunft in einem fernen Land ein fremdes Kind stirbt. Das ist eine schwere Prüfung unserer Fähigkeit zur Mitmenschlichkeit – aber sollten wir nicht wenigstens versuchen, diese Prüfung zu bestehen?“

 [5] Siehe den ersten Satz des Artikel, der lautet: „Unmittelbar vor der großen Konferenz von Kopenhagen häufen sich – erwartungsgemäß – die Versuche gewisser Kreise, die Öffentlichkeit zu verwirren und den Einfluss des Menschen auf das Klimasystem als bedeutungslos darzustellen.“ 

 1).