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KLIMA-MEER-RECHT
Dr. Arnd Bernaerts

Betrifft: „Feldexperiment“, 2. Weltkrieg, Tiefsttemperaturen im Winter 1939/40 in Hamburg und Nordeuropa.

1. Januar 2007

Sehr geehrte Damen and Herren,

Wir sind im Jahr 2007 angekommen, bei hohen Tagestemperaturen. Im ersten Kriegswinter 1939/40 sah der Anfang Januar 1940 mit Minustemperaturen zwischen -12 und -20º C etwas anders aus. Heute am Neujahrstag 2007 sind es glatte plus 8º C mit Nieselregen und so soll es laut Wetterprognose noch für einige Tage bleiben. Schon der letzte Herbst 2006 war überdurchschnittlich warm. Er war der wärmste in den vergangenen 500 Jahren zusammen mit den Herbstmonaten  in den Jahren 2000, 1938 und 1772[1]. Nach dem 1. Weltkrieg stiegen die Temperaturen Jahr für Jahr bis zum Herbst 1939. Man sprach von der „Erwärmung Europas“. Dann begann der 2. Weltkrieg. In der Nord- und Ostsee kreuzten, übten und kämpften viele hundert Kriegsschiffe tag und nacht. Nicht ohne Folgen.

Schon ab der zweiten Dezemberwoche 1939 startete das Wetter in Nordeuropa einen ‚Amoklauf’. Die Temperaturen fielen ins Bodenlose. Plötzlich war die Kleine Eizeit, die ca. 1850 zuende gegangen war, wieder da. Für Norddeutschland, einschließlich Berlin und Halle, wurde es der kälteste Winter seit über 110 Jahren. Rekorde wurden von allen nordeuropäischen Regionen gemeldet. Gewaltige Schneemassen kamen herunter und das arktische Winterwetter hielt sich bis zum März 2007.

Die extreme Winterlage 1939/40 läßt sich an dem Temperaturverlauf der Stadt Hamburg gut demonstrieren (siehe die Graphik). Normalerweis liegen die mittleren Wintertemperturen nahe  0 º C. Doch im Winter 1939/40 blieben die täglichen Niedrigtemperaturen vom 10 Dezember 1939 bis 31 März 1940 fast ständig im Minusbereich und zwar kräftig. Mitte Februar 1940 wurde sogar der absolute Rekord mit minus 29º C gemessen. Damit hatten auch die Reichsführung nicht gerechnet als sie den Krieg begann. Großmäulig hatte der „Hamburger Anzeiger“ in seiner Weihnachtsausgabe 1939 getönt: „Nie wieder wird die Elbe zufrieren…Seit 1874/75 patrollieren Eisbrecher, die die Fahrrinne freihalten“. Kurze Zeit darauf war die Elbe weitgehend durch Festeis unbefahrbar. Der für die Kriegsmarine so wichtige Nord-Ostsee Kanal konnte nicht genutzt weren. Die Deutsche Bucht und westliche Ostsee waren für viele Wochen völlig vereist. Alles Zufall?

Die Antwort finden Sie in den auf dieser Website angegebenen Referenz-Links, oder in dem bei BoD erschienen Buch: „Krieg verändert Klima, Der Seekrieg Effekt“. Es wird sich lohnen, denn der Seekrieg ‚produzierte’ zwei weitere arktische Winter in Europa, 1940/41 und 1941/42, und als er nach dem Überfall auf Pearl Harbour im Dezember 1941 globale Dimensionen annahm, führte dies zu einer global Abkühlung die vier Dekanden andauerte und erst ca. 1980 endete.

Mit besten Wünschen fürs Jahr 2007

Arnd Bernaerts