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KLIMA-MEER-RECHT

Dr. Arnd Bernaerts

Betrifft: Professor Stefan Rahmstorf’s Artikel: „ Alles nur Klimahysterie?“ in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31 August 2007, Nr.202/ Seite 35, mit Replik „Der Untergangsterror“, FAZ, 5. Sept. 2007, Nr.206/Seite 35

 Hamburg, 5. September 2007

Verehrter Web-Besucher,

 Wer darf in Klimasachen noch etwas sagen? Nur noch der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)? Darf man die IPCC Berichte überhaupt noch in Frage stellen? Dies verneint der Professor in Ozeanphysik[1],  Herr S. Rahmstorf vehement. Obwohl die Medien dem IPCC seit zwei Dutzend Jahren breitesten Raum eingeräumt haben, fordert Rahmstorf nun Verantwortung und Redlichkeit derjenigen, die sich in den Medien zu Wort melden.

 Solche Klimatologen-Töne werden immer schriller und sind auch nicht neu. Schon in einem DIE WELT Artikel im April 1994[2]
 (http://www.ozeanklima.de/DIE_WELT_26041994.pdf )

wies ich auf entsprechende Äußerungen von dem damaligen IPCC Vorsitzenden Bert Bolin hin[3]. Dabei haben die Klimatologen schon vor 15 Jahren gründlich versagt, als sie 1992 eine Klimakonvention[4] mit auf den Weg brachten, die keine Klimadefinition enthält[5]. Gleichwohl misst S. Rahmstorf ihr eine ‚alles überragende Bedeutung’ in seinem Büchlein „Der Klimawandel“ bei[6].

 Konsultiert man daraufhin dieses Büchlein, so kommt erstaunliches zutage. Ein Ozeanologe und sein Mitautor sagen einfach: „Unser Klima ist[7] im globalen Mittel das Ergebnis einer einfachen Energiebilanz“. Dies ist grob schief, und wird so in der wissenschaftlichen Literatur auch nicht vertreten[8], wie nachgelesen werden kann bei:

 http://www.whatisclimate.com/.

Hier wird vermutlich mit großer Naivität Verwirrung gestiftet, denn für Rahmstorf steht das Wort Energiebilanz für „globale Erwärmung“[9]. Wetter besteht aber aus mehr als ‚Erwärmung’ bzw. Temperaturanstieg. Erschrekend ist, wenn die Büchleinautoren die Erwärmungsfrage auf den Einfluß der Sonne und/oder von CO2 beschränken[10]. Von Ozeanologen Rahmstorfer hätte man erwarten können, daß er die überragende Rolle der Ozeane wenigstens anspricht. Aber nein, dazu kein Wort. 

Um das Wissen über den Zustand der Atmosphäre auf das Wetter geht es Prof Rahmstorfer wohl auch gar nicht. Nach oberflächlichem Geplänker zur Klimageschichte und globalen Erwärmung gehen die Autoren auf die Themen ein, die sie tatsächlich interessieren: Schicksalsfragen der Menschheit. Darüber wird ausführlich lamemtiert: ‚Folgen des Klimawandels’, ‚Klimawandel in der öffentlichen Diskussion’ und ‚Lösungen des Klimaproblems’. Was qualifiziert die Autoren diese Fragen zu behandeln und Deutungshoheit zu reklamieren? Nichts! Die Replik in der FAZ rückt einiges klar. Doch auch die angegriffenen Skeptiker sollten sich fragen, warum sie zulassen, daß die Klimatologen einen Begriff verwenden, den sie nicht einmal sinnvoll definieren können, nämlich KLIMA. Es ist ein Wort aus der Umgangssprache. Dazu mehr auf:  http://www.whatisclimate.com/ .

Mit besten Grüßen

Arnd Bernaerts

 


[1] http://www.pik-potsdam.de/~stefan/ ; Professor of Physics of the Oceans, Potsdam University  

[2] Arnd Bernaerts, „Versäumisse der Wissenschaft“,   DIE WELT, 26 April 1994, FORUM, Die andere Meinung, Seite 5.

[3] Bert Bolin,  “Next step for climate-change analysis”, Nature, Vol. 368, 1994, p. 94, here quoted with the statement: “More problematic are the popular articles in the daily press, written by people, often well-known in other areas, who do not know much about the basic scientific literature in the field.”

[4] UNFCCC, United Nations Framework Convention on Climate Change

[5] Statt dessen werden z.B. Klimaveränderungen und Klimasystem definiert, was keinen  Sinn macht, wenn man nicht vorher Klima definiert hat; siehe dazu diverse Artikel zugänglich,  Kasten links: Material in Deutsch

[6] S. Rahmstorf, H.J. Schnellhuber; “Der Klimawandel”, 4 Auflage 2007, Seite 98.

[7] Ditto, Seite 12

[8] Denn noch wird Klima in der Wissenschaftsliteratur als das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum definiert.

[9] Siehe das Kapitel 2 in “Der Klimawandel”, überschrieben „Die globale Erwärmung“, Seite 29 bis 52.

[10] Seite 13; Auszug: Klimaänderungen sind die Folge von Änderungen in dieser Energiebilanz.